Timo P. Nieminen: Natürlich wissen wir über dieses Problem bescheid. Das Gebäude in dem die Bands proben befindet sich im Privatbesitz. Die Bands proben in einer alten Fabrik. Es liegt also nicht in den Händen der Stadt Tampere, sondern gehört einer privaten Firma, die den Plan hat dort neue Wohnungen zu errichten. Im Moment sind wir noch dabei, dieses Problem zu lösen.

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Suiciderock: Was kann man Ihrer Ansicht nach tun, um die Lösung schneller herbei zu führen?
Timo P. Nieminen: Das ist wirklich eine sehr schwierige Aufgabe. Ich weiß, dass die Rockszene hier in Tampere sehr stark vertreten ist. Wir sind sehr gerne dazu bereit zu helfen und mit diesen Menschen zusammen zu arbeiten. Wir überlegen sehr intensiv wie wir dieses Problem lösen können und wie wir den Musikern helfen können. Ich habe gehört, dass ca. 40 Rockbands von der Schließung betroffen sind. Leider haben wir im Moment nicht ausreichend Räumlichkeiten damit wir den Bands sofort helfen könnten. Natürlich können ein paar Bands in privaten Räumen unterkommen, wir haben aber noch einige Möglichkeiten an die wir gedacht haben.
Ritva Salisma: Wir haben hier in Tampere ein Programm, unter dem Namen „Kreatives Tampere“ und dieses Programm beinhaltet mehrere Tätigkeiten der Spieler, Musiker u.s.w. aber dies wird erst nächstes Jahr gestartet. Das ist das Problem.
Timo P. Nieminen: Unsere Wirtschaft ist in einer ganz guten Balance, auch wenn die wirtschaftlichen Probleme überall auf der Welt immer größer werden. Wir haben die Möglichkeit ganz normal hier in Tampere zu leben und aufgrund dieser guten Umstände sind wir auch in der Lage dieses neue Zentrum zu bauen.
Suiciderock: Wie wird das Zentrum aussehen?
Timo P. Nieminen: Dort wo sich jetzt die alte Fabrik befindet werden neue Häuser auch ein Hotel entstehen. Wir planen in eines der neue Häuser Proberäume für ca. 30 Bands zu errichten aber dies wird leider noch etwas dauern.
Suiciderock: Wäre es denn eine Möglichkeit Proberäume in Schulen bereitzustellen?
Ritva Salisma: Wir haben bereits Proberäume in verschiedenen Schulen z.B. in Musikklassen der Schulen. Allerdings reichen diese nicht aus.
Timo P. Nieminen: Meiner Meinung nach ist eine Schule auch nicht der passende Ort für Proberäume dieser Art. Wir haben ein sehr gutes Schulsystem und natürlich umfasst dieses auch Musikunterricht. An den Schulen wird sehr viel klassische Musik unterrichtet, aber auch die Rockmusik spielt eine große Rolle. Allerdings würde ein Proberaum für eine richtige Rockband so nicht funktionieren.
Suiciderock: Wie hoch werden die Mieten für die neuen Proberäume sein?
Timo P. Nieminen: Natürlich müssen wir von den Musikern Miete verlangen. Die Mieten, die sie jetzt in der alten Fabrik bezahlen sind natürlich sehr günstig. Sie werden auch günstiger sein, als die Mieten die wir für die neuen Proberäume verlangen müssen. Über die genaue Höhe dieser Miete kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen, dass muss man sehen, wenn es soweit ist.
Ritva Salisma: Es ist aber durchaus möglich, dass wir von der Stadt Zuschüsse für diese neuen Proberäume gewähren. Wir sind durchaus bereit, diese Unterstützung bereit zu stellen. Sollten also die Mieten für die einzelnen Bands zu hoch sein, bieten wir unsere Hilfe an.
Timo P. Nieminen: Ich denke aber nicht, dass die Mieten ein großes Problem darstellen werden. In der alten Fabrik proben auch einige weltklasse Bands und für die wird es kein Problem darstellen diese Miete zu bezahlen.

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Suiciderock: Halten Sie Kontakt zu den Bands? Haben diese die Möglichkeit mit ihren Problemen und Vorschlägen zu Ihnen zu kommen?
Timo P: Nieminen: Sie sind jetzt im Büro des Oberbürgermeisters. Leider habe ich aus Zeitgründen nicht die Möglichkeit mit jedem Einzelnen zu sprechen. Unser Kulturbüro kümmert sich dann um diese Belange. Natürlich kommen sie zu uns um Hilfe zu bitten. Wir sind auch hier um ihnen zu helfen.
Ritva Salisma: Ein Mitglied unseres Stadtraats, Joonas Lepistö ist selbst ein Rockmusiker und singt in einer Band. Das ist ganz gut. Er vertritt den Standpunkt seiner Bandkollegen sehr gut und so finden diese Anliegen auch immer ein offenes Ohr.
Suiciderock: Wird das neue Kulturzentrum auch Musikveranstaltungen beinhalten?
Timo P. Nieminen: In diesem Zentrum wird auch ein Saal kommen, in dem Konzerte aller Art stattfinden werden. Natürlich auch gerne Rockkonzerte. Das Zentrum wird sich nur mit Kultur befassen, Musik, Fotographie, verschiedene Austellungen usw.
Ritva Salisma: Es wird ein Platz für allerlei kreative Tätigkeiten sein.
Suiciderock: Joonas Lepistö hat am 18. Oktober eine Demo gegen die Schließung der Proberäume organisiert. Wie ist Ihre Meinung hierzu?
Timo P. Nieminen: Ich verstehe die Beweggründe für diese Demonstration. Es war eine friedliche Demonstration. Es ist schwierig für diese Leute, weil sie nicht wissen wo sie jetzt hin sollen. Es ist schwierig einen Proberaum zu bekommen. Es ist möglich einen Raum 7-8 km entfernt von Tampere zu bekommen. Es war sehr schön und auch sehr unkompliziert für die Bands in der alten Fabrik zu proben.
Suiciderock: Einige Musiker aus Tampere haben sich zusammen getan um einen Charity Song aufzunehmen. Was halten Sie von dieser Idee?
Timo P. Nieminen: Das wusste ich noch gar nicht. Es ist schön zu hören, dass so etwas in Planung ist. Es ist lustig, dass wir das von unseren Deutschen Gästen hier in unserem Hause erfahren.
Suiciderock: Spielen die Proberäume in Ihren Augen eine wichtige Rolle?
Timo P. Nieminen: Es ist sehr wichtig, dass es diese Bands gibt. Die jungen Leute kommen von der Straße weg. Das ist wirklich eine gute Sache und natürlich brauchen Sie die entsprechenden Räumlichkeiten um ihrer Musik nach zu kommen. Deshalb ist es uns auch sehr wichtig die neuen Räume schnell zu bauen, sodass die ganzen jungen Musiker nicht so weite Wege auf sich nehmen müssen.

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Suiciderock: Kennen Sie denn selbst bekannte Bands aus Tampere?
Timo P. Nieminen: Wir haben so viele talentierte Bands hier in Tampere. Natürlich kenne ich einen Teil von ihnen. Ich war über 20 Jahre lang im Jugendausschuss der Stadt Tampere und somit kenne ich auch sehr viele dieser Musiker. Ich habe 2 Söhne und die kennen sich sehr gut aus. Wir sprechen zu Hause auch über die Sache und sie sagen mir ihre Meinung zu dem Thema.
Suiciderock: Spielen Ihre Söhne auch in einer Band?
Timo P. Nieminen: Nein, nein, sie hören aber viel CD. Das ist genug *lacht*.
Suiciderock: Welchen Ratschlag würden Sie all den Bands geben, die von der Schleißung der alten Fabrik betroffen sind?
Timo P. Nieminen: Ich finde Sie sollten sich nicht so viele Sorgen machen. Es ist alles in guten Händen, sie brauchen nur ein bisschen Geduld.